Der böse Blick – über den Aberglauben in Indien

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Im indischen Alltag gehört Religiosität, Spiritualität und Aberglaube stets dazu. Die meisten Rituale sind ins tägliche Leben eingeflochten. Läuft ein Inder oder eine Inderin an einem Tempel vorbei, falten viele schnell die Hände zum Namaste, verweilen einen kurzen Augenblick im Gebet und gehen weiter. In jedem hinduistischen Haushalt gibt es einen Pooja-Raum, wo die meisten Bewohner täglich zur Andacht finden und die Gottheiten mit Früchten, Blumen und Räucherstäbchen verehren.

Doch in Indien glaubt man nicht nur an die vielen Götter und Göttinnen, auch das Böse und Negative ist omnipräsent. Sicher hat sich schon mancher wachsame Reisende gefragt, warum man auf dem indischen Subkontinent so vielen Dämonen begegnet. Die teufelsartigen Dämonenfratzen, die einem immer wieder anstarren, dienen als Abwehr gegen das Böse. Man findet sie an vielen Häusern, aber auch an Autos und Lastwagen. Aufgehängte Schuhe und Steine sind andere Hilfen gegen das Böse. Manchmal entdeckt man alte Kinderschuhe an Autokarosserien oder an Bäumen aufgehängt.

Der böse Blick wird oft mit Neid und Missgunst in Verbindung gebracht und viele glauben, dass dies negative Auswirkungen auf das eigene Leben und Wohlbefinden hat. So werden besonders Babys und Kleinkinder vom „evil Eye“ geschützt. Um das Böse abzulenken, werden den Kindern schwarze, hässliche Augen ins Gesicht gemalt. So trifft der erste, vielleicht negative Blick nicht in die unschuldigen, wehrlosen Kinderaugen.

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Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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