Nationalismus und Superhelden

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Natürlich hat mich unser Sohn bereits Wochen vor dem Filmstart des neuen Marvel Movies „Avengers – Infinity War“ informiert, dass er diesen Film unbedingt sehen will, beziehungsweise sehen muss!

So habe ich rund eine Woche nach Filmstart zwei Tickets ergattert, denn obwohl IMAX 3-D für indische Verhältnisse sehr teuer ist, war immer alles voll ausgebucht. Über 1200 Rupien kostet der Kinospass für zwei Personen, das entspricht rund 18 Franken und dazu kommen natürlich noch Snacks und Getränke.

Anfangs Mai war es dann soweit!

Frühzeitig treffen wir in der Phoenix Mall ein und marschieren zu den Kinosälen. Eingedeckt mit Popcorn, Getränken und den 3D Brillen, die uns am Eingang übergeben wurden, suchen wir unsere Sitzplätze. Der Kinosaal ist voll besetzt. Nach einer kurzen Werbung wird die indische, im Winde flatternde Nationalflagge im IMAX Format eingespielt und alle erheben sich unisolo zur Nationalhymne. Seit Premierminister Modi an der Macht ist, müssen wieder alle Kinos vor Filmstart die Nationalhymne abspielen. Mir ist dies wirklich zu viel Patriotismus, aber sitzen bleiben, ist scheinbar strafbar und keine wirkliche Option.

Der Film beginnt und bei jedem Superhelden, der auf der Leinwand erscheint, tobt, pfeift und jubelt das mehrheitlich junge Publikum. In der Pause kauft uns mein Sohn Premium Ice Cream – natürlich auch wieder teuer, dafür wirklich lecker!

Die Zuschauer leben und fiebern mit den Superhelden mit. Ich kenne mich mit dieser großen Vielfalt von Marvel Superheros nicht so gut aus und muss ab und zu meinen Sohn fragen, wer dies denn nun sei. Jeweils ganz empört, informiert er mich kurz angebunden: „Was du kennst Captain America nicht? Das ist doch Doctor Strange! ….“ Wenigsten habe ich Black Panther und The Guardians of the Galaxy gesehen und kenne diese Helden!

Am Schluss des Filmes frage ich meinen Sohn: „Sag mal, warum hat eigentlich Wonder Woman (die kenne ich nämlich auch) nicht mitgekämpft?“ Mein Sohn schüttelt den Kopf. „ Amma, she’s not from Marvel! She’s a heroine from DC!“

Eines kann ich nach diesem Kinofilm sagen: Punkto Superhelden habe ich mein Allgemeinwissen enorm erweitert ;-)!

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

10 Kommentare

  1. Ich lese mich gerade ein bisschen quer durch deine Beiträge und muss dir hier schreiben, dass ich soooo mit dir fühle ich habe vier Töchter und nen Mann, die ALLE Hardcore Marvel Fans sind 😲und ich nicht (ich fand diesen ganzen Superheldenkram schon immer affig) ich muss mir auch ständig anhören, dass der und der aber nicht der und der sind und wie ich die überhaupt verwechseln kann, usw. usw. usw….

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      1. Das einzig gute hier ist, ich muss nicht mit ihnen ins Kino, das macht liebend gern mein Mann 🙂 aber DVD Marathons zu Hause…
        Vor einiger Zeit hab ich mich WIRKLICH unbeliebt gemacht wegen einem Kommentar als alle weinend vorm TV saßen als bei Invinity war gerade alle am sterben waren oh weih, da hatte ich Glück nicht gelyncht zu werden…

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      2. Da hab ich natürlich auf ein paar Tränchen vergossen. Einfach Black Panther sterben lassen … ich habe mich übers Ende geärgert. So wird man immer gezwungen den nächsten Teil zu schauen. Und wenn dieser dann kommt, habe ich den letzten Film natürlich wieder vergessen.

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      3. Das meinte mein Sohn dann auch! Du schreibst ja so viele Berichte über indisches Essen! Und dann immer so schön präsentiert. Kochst du dies alles immer selbst? Thalis für deine Familienmitglieder ?

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      4. Eigentlich ist es ein Buch, nach Ärger über Verzögerungstaktik des Verlags, habe ich beschlossen, dass ich es als blog veröffentliche.
        Ich habe 1989 zum ersten mal indisch gekocht und seither nicht mehr wirklich damit aufgehört 😉
        meine Familie wird natürlich regelmäßig „beglückt“ aber ich habe auch ein Jahr in der Küche eines ind. Restaurants gearbeitet.

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      5. Nein, früher wollte ich so gerne mal, es ergab sich nicht, dann war ich einige Jahre ziemlich beschäftigt mit meiner Familie 😉 und heute ginge es aus unterschiedlichen Gründen (ich würde z.B. nicht ohne meine Kinder verreisen) nicht und wie du auch so richtig schreibst, der Sicherheitsaspekt für Frauen ist ehrlicherweise etwas ziemlich abschreckendes…

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