Affenbesuch

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Regelmäßig streifen Affenbanden durch unser Quartier. Meistens sind es 5-8 Affen, die gemeinsam unterwegs sind, um Nahrung zu suchen. Steht ein Haus offen, gehen die frechen, neugierigen Kerlchen rein, holen sich Essbares und können einigen Schabernack anstellen. Bei meinen Schwiegereltern, wo tagsüber die Türen immer offen stehen, haben sie schon einiges geklaut. Bananen und Früchte vom Hausaltar und grade letzte Woche war einer in der Küche und hat ein Tupperware-Behälter mit Dal mitgehen lassen!

Die Affen zeigen nicht grossen Respekt vor den Menschen und auch Hunde schrecken sie nicht ab. Wenn unsere beiden Hunde wie verrückt bellen, dann ist sicher wieder eine Affenbande unterwegs. Simba und Züttu, unsere adoptierten Strassenhunde, gehen zwar mutig voran und verbellen sie frechen Kerle, aber die Affen zeigen sich gänzlich unbeeindruckt und zeigen drohend und aggressiv ihre langen Beißerchen. Da muss ich schon mit einem langen Stock zu Hilfe eilen, um die Racker zu vertreiben.

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Seit ungefähr einem Jahr habe ich nun einen Dachgarten, wo ich versuche Blumen, Gemüse und Kräuter zu ziehen. Natürlich haben die Affen dies sofort gemerkt. So haben sie sich bereits genüsslich an meinen Marigold, Rosen, Ladiesfinger und an der jungen Bananenstaude verköstigt. Sogar meine Zitronen haben sie abgerissen und einmal kurz reingebissen. Ärgerlich!

Zum Trinken öffnen die schlauen Kerle einfach den Wasserhahn auf der Dachterrasse – ich betreibe scheinbar ein Selfservice-Restaurant, wo sich nach Speis und Trank alle Gäste ohne Bezahlung davon machen ;-).

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Die Affen sehen zwar putzig und niedlich aus, aber da sie inzwischen so an Menschen gewöhnt sind und keine natürlichen Feinde haben, können sie durchaus auch aggressiv reagieren. Wenn ein Affe Drohgebärden zeigt, sollte man den direkten Blickkontakt vermeiden, denn dies könnte als Aufforderung zum Kampf verstanden werden. In Indien ist die Tollwut immer noch aktiv und ein Affenbiss kann gefährlich werden. Oft findet man Affen auch an touristischen Plätzen. Hier empfehle ich einfach nichts in der Hand zu halten und alles in der Tasche zu verstauen. Denn hier gibt es bei den Affen kein Halten mehr und es wird ungeniert und überraschend attackiert und geklaut.

Ich ärgere mich immer wieder darüber, wenn ich beobachte, dass Affen gefüttert werden. Meistens hat es sogar Schilder, die darauf hinweisen, dass man sie nicht füttern soll. Doch unüberlegt setzen sich viele darüber hinweg und geben den Affen Chips, Biskuits und anderen Junkfood. Auch von der Selfiehysterie mancher Menschen bleiben sie leider nicht verschont.

Dabei sollte man wirklich nicht vergessen: Affen sind wilde Tiere!

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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