Rechts

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Die Inder haben zwar den Linksverkehr von den Briten übernommen, aber ansonsten ist vorwiegend Rechts, vor allem die rechte Hand gefragt.

Die linke Hand gilt in Indien als unrein, da man sich mit dieser nach dem Toilettengang reinigt.

Klopapier findet man eigentlich nur in teuren Restaurant oder Cafés. Schon lange kann ich Klopapier auch bei uns im Supermarkt kaufen. Ein Money Safer Pack (4 Rollen) kostet 260 Rupien, das entspricht fast 4 Schweizer Franken! Glaubt mir, ich habe in der Schweiz niemals Hakle supersoft-wohlfühl-rosa Toilettenpapier gekauft, sondern immer das graue Recyclingpapier von Coop. War also diesbezüglich keinen zu großen Luxus gewöhnt. Doch das indische Klopapier kurz in drei Worten: very poor quality! Indienreisende tun sich etwas Gutes, wenn sie einige Rollen aus ihrem Heimatland mitbringen. Gottlob gibt es in Indien immer diese Wasserspritzer bei den Toiletten – das finde ich wirklich genial, aber verlassen wir nun dieses Thema.

In Indien wird mit der rechten Hand gegessen. Die Linke hat im Essen gar nichts zu suchen, sie sollte nicht mal zur Unterstützung eilen,  wenn es darum geht ein Chapati, ein Fladenbrot in zwei Stücke zu zerlegen. Nein, das muss alles Rechts gemacht werden. Man befestigt mit drei Fingern das Chapati auf dem Teller und mit Daumen und Zeigefinger reißt man sich mundgerechte Stücke ab. Gibt es Reis mit Sambar oder Rasam, lädt man den Reis auf die Finger und schiebt es mit dem Daumen in den Mund. Es braucht anfangs etwas Übung, aber dann wird es ganz einfach. Ausländer haben da natürlich etwas mehr Freiräume und man sieht es nicht so eng, aber wenn es um die eigenen Kinder geht, gibt es meistens umgehend einen Klaps auf die böse Linke.

Auch in der Küche ist Rechts wichtig. Da ich jetzt täglich mit meinem Schwiegervater koche, bekomme ich dies ab und zu mit. Als ich neulich etwas mit meiner linken Hand aus einem Schälchen genommen habe, fragte mein Schwiegervater sofort, warum ich die linke gebrauchen würde. „We don’t use the left hand!“, erklärte er dann freundlich. Auch beim Rollen von Dal-Bällchen hat er alles Rechts gemacht. Gottlob sieht er es dann nicht so eng, denn diese Bällchen schaffte ich definitiv nicht einhändig.

Geld und andere kleinere Gegenstände wie Schlüssel, Tassen, … werden immer mit der rechten Hand übergeben und auch entgegengenommen, es wäre unhöflich, dies mit der linken zu tun. Viele Inder sind sehr abergläubisch und deuten dies sofort als ein böses Zeichen.

Natürlich muss man auch im Tempel immer darauf achten, die rechte Hand auszustrecken, wäre es die linke, würde der Priester wahrscheinlich einen Herzanfall erleiden oder vor Zorn in Rauch aufsteigen. Dies sollte man nach Möglichkeit vermeiden.

Also denkt daran! Wollt ihr in Indien höflich sein und alles richtig machen – immer RECHTS!

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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