Wasser und Melone – indischer Alltag

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Aus meinem Tagebuch vom August 2007

Wasser ist in unserem Haushalt ein immerwährendes Thema. Rund alle zwei Tage bestellen wir für je 30 Rupien zwei große 20 Literflaschen Trinkwasser, die dann jeweils vom Quartierlädeli geliefert werden. Damit der sonstige Haushalt mit Wasser versorgt ist, muss man regelmäßig die Wasserpumpe anstellen, ansonsten steht man plötzlich eingeseift und wasserlos unter der Dusche.

Suriyan leuchtet es nur schwer ein, dass man das normale Wasser, das aus dem Wasserhahn fließt, nicht trinken darf. Beim Planschen und Baden ist es halt gar verlockend schnell mal einen Schluck in den Mund zu nehmen.

Inzwischen scheint er es jedoch begriffen zu haben und er unterscheidet eifrig zwischen Wasser und Trinkwasser.

Heute Nachmittag essen wir Wassermelone. Jedes kleine schwarze Kernchen muss ich unter Suriyans scharfem Blick chirurgisch entfernen, damit er es genüsslich in seinen Mund schiebt. Der Saft tropft an seinem Kinn herunter und hinterlässt auf dem neu gekauften T-Shirt, das er mit Stolz trägt, seine Spuren. Der Esslatz, der hinten am Stuhl hängt, kommt erst mit Verspätung zum Einsatz.

Da  zeigt unser Sonnenschein auf die Wassermelone und fragt: “Tlinkwassel dinne?“

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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