Chaotischer Umzug – aus meinem indischen Alltag

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Aus meinem Tagebuch vom Februar 2008

Es ist so weit! Heute ziehen wir um. Wir verlassen unser Häuschen in der Office Colony und ziehen zu meinen Schwiegereltern in die obere Wohnung. Ich bringe Suriyan zum letzten Mal in die Playschool, denn beim Packen und Laden werden wir froh sein, wenn unser Wildfang uns nicht auch noch beschäftigt. Für die Playschool Aunties besorge ich zum Abschied rote Rosen, für die Kinder Schokolade.

Um 10 Uhr trifft der Lastwagen inklusive Zügelmannschaft ein. Die fünf Männer sind schnell zur Sache. Zack, zack geht es nur. Alles wird irgendwie, ohne großes Nachdenken auf den Lastwagen geladen. Ich versuche etwas System ins Ganze zu bringen, aber es ist hoffnungslos! Alles was rumsteht, wird einfach aufgeladen. Ich ärgere mich, denn es ist noch nicht alles verpackt. Bereits seit Tagen liege ich meinem Liebsten in den Ohren, dass er mir Kartonschachteln bringen soll! Wie fehlen mir die Bananenschachteln aus der Schweiz. Die Männer bringen drei Kartonschachteln mit, ein Tropfen auf einen heißen Stein. Improvisieren ist angesagt. Die Kleider binde ich in Dupatta-Schals und ich lasse die Männer die große Hundebox, die wir für Lara damals brauchten, wieder vom Lastwagen holen und fülle sie chaotisch mit dem Rest, der rumsteht. Putzkessel werden zu Kisten umfunktioniert- na ja, irgendwie geht es. Indien macht flexibel und einfallsreich!

11:30 fahre ich mit dem Tuk-Tuk zum letzten Mal in die Playschool, um Suriyan abzuholen. Er ist voll im Klee und wurde mit vielen Abschiedsgeschenken eingedeckt. Als wir zurückkehren, ist mehr oder weniger alles auf dem Lastwagen und es geht keine  Minute vorbei und unser Sonnenschein klettert auf unserem Umzugsgut herum und wickelt die fünf Helfer um die Finger.

Der Laster fährt schließlich los, Wir verabschieden uns von Familie Jacob und dem Wächter, der die Tränen nicht zurückhalten kann. Da bekomme natürlich auch ich feuchte Augen.

Am neuen Ort angekommen, geht das Chaos im gleichen Atemzug weiter und auch Suriyan schont unsere Nerven nicht. Abends liegen wir todmüde im Bett, doch während meine zwei Männer selig schlafen, finde ich keinen Schlaf …

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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