Ein augenfreundliches Müesli – aus meinem Alltag in Indien

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Gestern wollte ich zum Mittagessen Reis kochen. Ich öffnete die Vorratsdose und sah die ärgerliche Überraschung. Ameisen über Ameisen hatten es sich in meinem Reis gemütlich gemacht. Die kleinen Roten waren es, die kommen praktisch überall rein. In diesen Fällen gibt es nur eins: Man muss den Reis auf Metalltellern ausbreiten und an die brütende Sonne legen.

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Nach einer Stunde warf ich mal einen Blick auf die Dachterrasse und sah, wie ein paar Tauben meinen Reis aufpickten. Das Problem war schnell behoben, denn die Tauben suchten das Weite, als ich die Terrasse betrat. Der Reis war ameisenfrei und ich war erleichtert darüber. Doch das tierische Vergnügen nahm kein Ende. Zum Abendessen füllte ich ein Schälchen Kellogg’s Müesli, goss Milch dazu und begann zu essen. Doch da sah ich plötzlich so seltsame kleine Pünktchen schwimmen. AMEISEN! Genervt fischte ich mit dem Löffel Ameise um Ameise heraus, während Suriyan sich vor Lachen krümmte. Auch die Unterstützung von meinem Göttergatten fehlte. Prabhu, der strikte Vegetarier, schmunzelte nur und meinte: „Ameisen sind gut für die Augen!“

Heute will ich mein Müesli, das immer noch voller Ameisen ist, wieder ameisenfrei machen. Ab in die Teller und an die Sonne. Doch mein Vorhaben bleibt nicht unbemerkt. Sofort kommt eine Krähe und die ruft mit ihrem Gekrächze wahrscheinlich ihre ganze Sippe. Mir wird schon Angst und Bange und ich sehe mein Müesli schwinden. Ich verscheuche die Krähen, aber irgendwie mache ich wohl nicht großen Eindruck. Ich beschließe, regelmäßig nach meinem Müesli zu schauen. Doch trotz meiner Müesli-Patrouillen passiert es: Die Krähen haben sich verköstigt und eine riesige Sauerei hinterlassen. Jetzt finde ich es ziemlich eklig und mag mein inzwischen ameisenfreies Müesli nicht mehr essen. „Ihr habt es geschafft!“, rufe ich den schwarzgefiederten Dieben zu. Ich verteile den Rest auf dem Sims und überlasse es all den tierischen Freunden.

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Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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