Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte – eine Buchrezension

Da ich wegen einer schweren Erkältung grade einige Tage ruhend im Bett verbrachte, besorgte ich mir Lesenachschub. Der Roman „Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte“ von Mikael Bergstrand stand schon länger auf meiner Leseliste. Von Anfang an hat mich die Geschichte gepackt und im Nu hatte ich das Buch durchgelesen.

Der humoristische, witzige Schreibstil des Autors brachte mich immer wieder zum Schmunzeln, ja sogar zum Lachen.  

Der zweiundfünfzigjährige Göran Borg, ein schwedischer Journalist, ist die Hauptfigur der Geschichte. Geschieden und seit Jahren immer noch seiner Ex-Frau nachtrauernd, geht er durchs Leben. Er ist ein Gewohnheitstier, Phlegmatiker und eigentlich ein Langweiler. An den farblosen, unmotivierten, feinfühligen Göran muss man sich am Anfang der Geschichte etwas gewöhnen. Doch je mehr man von seiner Lebensgeschichte und seinem Innenleben erfährt, desto leichter wird es, ihn ins Herz zu schliessen.

Göran, der schon in einer Lebenskrise steckt, verliert schliesslich nach fünfundzwanzig treuen Dienstjahren in der gleichen Firma seinen Job und versteht die Welt nun gar nicht mehr.

Sein ehemaliger Schulfreund Erik, ein Frauenheld, der als Reiseführer arbeitet, überredet ihn schliesslich zu einer Reise nach Indien.

Widerwillig lässt sich Göran schliesslich darauf ein und schliesst sich der Reisegruppe, die haupsächlich aus nervenden Senioren besteht, an.

Wie es in Indien so oft der Fall ist, kommt alles anders als geplant. Bereits am zweiten Reisetag erkrankt Göran an einer schlimmen Durchfallerkrankung und kann nicht weiterreisen. Lange Tage verbringt er sterbenselend in einem heruntergekommenen Hotel bis endlich Hilfe naht. Der sympathische Inder Yogi, ein Freund von Erik, holt ihn schliesslich ab und das Abenteuer Indien beginnt. Kurzum ändert er all seine Pläne und beschliesst, länger in Indien zu bleiben. Mit Yogi, der als Hindu an einen höheren Sinn glaubt, entdeckt er die Hauptstadt New Delhi und verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Preeti Malhotra, eine reiche, verheiratete Geschäftsfrau…

Die Beschreibungen über Delhi und seine Bewohner sind so wunderbar treffend, dass man sofort merkt, dass der Autor ein Indienkenner ist. Mit viel liebevollem Charme und Witz beschreibt er dieses tolle, gegensätzliche Land.

Am Ende habe ich mit Göran sogar einige Tränchen vergossen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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