Valentin lässt grüssen – aus meinem Tagebuch vom 14. Februar 2007

Valentinstag

Die Valentins-Tradition schwappt auch nach Indien über, schließlich ist man modern, aufstrebend und wo Inder ein gutes Geschäft wittern, sprich Geld riechen, da werden alle Register gezogen.

Bereits Tage vor dem 14. Februar sind die Zeitungen mit Werbeinseraten überfüllt, es wird geworben, dass sich die Balken biegen. Schmuck, Restaurants, Kleidergeschäfte, Reiseangebote, Events, … es nimmt kein Ende.

Mein Mann lässt sich von dieser Werbung leider nicht inspirieren. Die Fachtipps vom Profi im Valentine’s Special, einer Beilage unserer Wochenzeitung, lassen ihn kalt. Er findet solche Tage einfach „*Chabis“. Tja, so muss ich wohl oder übel auf den vom Valentins-Fachmann empfohlenen I-Pod, das romantische Wochenende in Malaysia und auf das neue Handy verzichten. Eigentlich teile ich ja die Meinung meines Liebsten und finde den Tag der Liebenden vor allem  eine Geschäftemacherei.

Trotzdem habe ich am Vortag bei Prabhu zur Sicherheit – unter Androhung eines Heimweh-Heulanfalls – Blumen bestellt. Es ist nicht so, dass ich nie Blumen bekomme, aber am Valentinstag ist dies quasi obligatorisch.

Es hat tatsächlich geklappt und ich bekam einen Strauss mit roten Rosen ;-)!

Am Abend hat er mich, d. h. uns, sogar zum Essen ausgeführt. Eigentlich wollten wir in unser Stammrestaurant in der Nähe, aber als ich unseren Sohn auf dem Weg fragte, was er denn essen möchte und ihm die ganze indische Palette schmackhaft machte, meinte er nur: „Pizza ässe!“. Der liebende Vater fuhr umgehend in den Pizza Hut, wo wir wegen Valentinsandrang etwa eine Viertelstunde warten mussten, bis wir einen Tisch bekamen.

Die Pizza schmeckte lecker und die vielen roten Herzballons mit der Aufschrift „I love you“, die uns überall entgegen leuchteten, stimmten unglaublich romantisch, oder eben auch nicht….

*Chabis bedeutet eigentlich Kohl. Im berndeutschen Sprachgebrauch wird es oft verwendet, wenn man etwas doof oder unsinnig findet.

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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