Wenn es pressiert …

Dringend aufs Klo
Es ist wieder unglaublich heiß. Mit einem scharfen Messer könnte ich die feuchtheiße Luft sicherlich in Würfel schneiden. Immer wieder tupfe ich mir mit meiner Dupatta (Schal) die Schweißtropfen von der Stirn.
Jammernd meine ich zu unserem Sohn: “Komm, lass uns ins Restaurant gehen und etwas trinken. Mir ist es zu heiß!” Sohnemann ist sofort einverstanden und fünf Minuten später sitzen wir gemütlich unter dem Ventilator und überlegen, was wir bestellen möchten. Das Restaurant erscheint sauber und vertrauenswürdig. So entscheidet Suriyan sich für einen Wassermelonensaft und ein Samosa (gefüllte Teigtasche mit Gemüsefüllung) und ich für eine Lassi. Das berühmte indische Joghurtgetränk kühlt und erfrischt. Eigentlich das Ideale bei diesem tropischen Klima. Genüsslich trinke ich das sämig-sü
Doch bereits auf der Rückfahrt nach Hause rumpelt es in meinem Magen. Die Lassi, denn etwas anderes kann es nicht gewesen sein, lässt grü
Ob die Zeit noch reicht bis wir daheim sind? Soll ich im Supermarkt die Toilette aufsuchen?
Eigentlich sollte ich nach zehn Jahren wissen, dass Indien und Eile nicht besonders gut miteinander harmonieren. Die kurze Fahrt vergeht im Zeitlupentempo und natürlich wechselt jede Ampel auf Rot. Meine Gedanken sind nur bei meinem Schließmuskel.
Endlich erreichen wir unser Haus, ich springe raus und laufe die Treppen hoch. Gott sei Dank! Es hat gereicht und eine riesige Erleichterung macht sich breit. Suriyan lacht und meint, dass er mich noch nie so schnell laufen gesehen hat.
Ja, meine neue Heimat hält viele nette Bakterien und Viren bereit, die einem plötzlich aus dem Nichts überrollen können. Schon länger hat es mich nicht mehr erwischt und ich bin ansonsten auch nicht sehr empfindlich.
In Indien sollte man sich immer gut überlegen, wo und was man konsumiert. Die Stromversorgung wird vor allem in den heißen Monaten immer wieder unterbrochen, so ist die Kühlkette oft nicht gewährleistet.

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

3 Kommentare

  1. Erinnert mich sehr an meinen Besuch des Taj Mahal in 2015. Kurz nach Betreten des Geländes wurde mir speiübel, für den Notfall hielt ich also ständig nach Büschen Ausschau, obwohl ich den Indern nur wahrlich nicht auf ihr Nationaldenkmal kotzen wollte. Dann suchte ich Müll-Eimer, die gab durchaus, hatten ab ihren Schlitz an der Seite … Am schlimmsten war eigentlich die Panik, für den Fall, dass es doch „passieren“ sollte.

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