Der Currybaum – Gewürz und Heilmittel

Vor zwei Jahren habe ich in meinem Dachgarten zwei kleine Zweige des Currybaumes gepflanzt. Die beiden Zweiglein sind inzwischen zu prächtigen Büschen herangewachsen, sodass wir uns selbst mit Curryblättern versorgen können.

Curryblätter gehören in der südindischen Küche immer und überall dazu. Die Curryblätter geben den Gerichten mit ihrem wundervollen und unverwechselbarem Aroma Geschmack, aber auch für unsere Gesundheit haben sie einiges zu bieten. Während ich früher die Blätter unwissend aus dem Essen herausgesucht und zur Seite gelegt habe, so esse ich sie heute mit.

Sie enthalten essenzielle Nährstoffe, Mineralien, Vitamine (A, B, C und E) und Aminosäuren, die bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen hilfreich sein können.

Die Curryblätter, auch als Kadi Patta oder in Tamil als Karuveppilai bekannt, enthalten Mineralstoffe wie Kupfer, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen.

Im Ayurveda, der traditionellen indischen Naturmedizin, findet der Currybaum schon lange Anwendung. Die Blätter, die Rinde, die Wurzel und die Früchte, außer den giftigen Samen, werden für Heilmittel verwendet.

Verschiedene gesundheitliche Probleme werden damit angegangen.

    Wundheilung, Verbrennungen und Hautausschläge

Die Curryblätter enthalten Antioxidantien und haben antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Dazu wird ein Aufguss oder eine Paste aus zerstoßenen Curryblättern oft zusammen mit Kurkuma (Gelbwurz) auf die Haut aufgetragen.

Auch bei juckender Haut, leichten Verbrennungen oder bei Insektenstichen können Curryblätter hilfreich sein.

    Durchfall und Blähungen

Leidet man unter Durchfall oder Blähungen kann man einige Blätter zu einer Paste mahlen und in etwas Buttermilch trinken. Curryblätter-Chutney und Curryblätter Thokku werden hier in der tamilischen Küche oft zubereitet und mit Reis, Idly oder Dosai gegessen.

    Vorbeugend und unterstützend bei Diabetes

Scheinbar wird die Bauchspeicheldrüse durch die verschiedenen Mineralstoffe positiv stimuliert. Zur Vorbeugung wird empfohlen, morgens 10 Curryblätter zu essen. Scheinbar auch ein guter Tipp, wenn man abnehmen möchte.

    Gut für die Augen

Ich glaube, dies war der erste Gesundheitstipp, den ich über Curryblätter gehört habe.

Scheinbar ist das Vitamin E sehr nützlich und gut für das Sehvermögen. Als Vorbeugung gegen den grauen Star tröpfeln sich einige sogar frischen Curryblattsaft in die Augen.

    Gut für die Haut- und Haarpflege

Die antimikrobiellen Eigenschaften der Curryblätter und das Vorhandensein von den Vitaminen A und C tragen dazu bei, dass sich die Blätter hervorragend für die Haut- und Haarpflege eignen. Hierbei kann man die Blätter äußerlich und innerlich anwenden. Eine Paste aus Joghurt, Curryblätter und etwas Kokosöl kann auf Haut und Haar aufgetragen werden. Das Haar wird dadurch gestärkt und kräftiger. In Kokosöl gekochte Blätter sollen auch gegen Haarausfall vorbeugen.

 

Auf jeden Fall sollte man die Curryblätter nicht mehr aus den Gerichten herausfischen und verschmähen, sondern sie mitessen.

Bekommt man keine frischen Curryblätter, so kann man auch Karuveppilai-Pudi (Curryblätter-Pulver) kaufen und dies beim Kochen verwenden oder mit etwas Wasser aufkochen und trinken.

Ich denke, ich werde für mich mal eine Gesichts- und Haarpackung mit Joghurt ausprobieren. Scheinbar soll dies auch gegen graue Haare etwas bringen 😉!

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

12 Kommentare

  1. Ich wollte schon den ganzen Artikel über fragen, wo ich die Wunderblätter herbekomme. Aber du gibst ja schon freiwillig eine Ausweichmöglichkeit an. Danke für deine wie immer sehr lehrreichen Informationen!

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo,
    ich habe seit 2 Jahren hier in Deutschland, leider verliert er im Winter, im Haus alle Blätter und kränkelt ein bischen. Die Blätter sind im Sommer auch nicht so prächtig wie Deine.
    Was kann ich ihm in Deutschland gutes tun?

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Helene,
      Ich kann dir leider keinen Rat geben. Ich hatte nie einen Currybaum in der Schweiz. Hier wächst er wie Unkraut ohne mein Zutun. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die trockenen Innentemperatur der Pflanze zusetzt. Versuche es doch mal, ob es besser ist, wenn du sie regelmäßig besprühst. Liebe Grüße aus Südindien Irène

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