Flachgelegt

Hätte es meinen Liebsten nicht nach einem Onion Rava Dosai gelüstet, wären die letzten Tage mit Sicherheit anders verlaufen.

Nach Tagen im Bett mit Zwieback und Tee hat sich mein helvetischer Magen beruhigt. Das Klo kann ich nun wieder in normalem Schritttempo und gottlob in normaler Häufigkeit aufsuchen. Shaun Murphy, the good doctor, ist mir in dieser Zeit zur Seite gestanden. Ich mag diese Netflixserie mit dem autistischen Dr. Murphy. Bei den komplexen Krankheiten und den schwierigsten Operationen, die er bewältigen muss, rückt so ein doofer Durchfall in den Hintergrund und reduziert sich zu einer kleinen Unannehmlichkeit.

Ich war immer etwas stolz auf meinen Magen, der fast jeder indischen Mahlzeit standhielt. In all den Jahren hat er mir gute Dienste geleistet und selten mit „Dünnpfiff“ reagiert.

Mit Durchfallerkrankungen haben in Indien sehr viele Touristen zu kämpfen und auch Inderinnen und Inder sind davon nicht gefeit. Darum hat „home cooked food“ so einen hohen Stellenwert. Wenn ich lese oder sehe, was manche Touristen sich einverleiben, bin ich nicht überrascht, wenn sie ihre Ferientage auf dem Klo verbringen. Etwas Vorsicht und Vernunft sollte man auf dem indischen Subkontinent definitiv walten lassen. Es ist nicht so, dass ich kein Streetfood esse, aber der Stand sollte schon gut besucht, sauber und vertrauenswürdig sein. Die alte Regel „boil it, cook it, peel it – or forget it“ hat seine Berechtigung.

Die Monate zu Hause mit ausschließlich „home cooked food“ haben bei mir scheinbar Spuren hinterlassen. Meine Magensäfte, meine Darmflora oder was auch immer waren dem Masala Dosai, das ich nach langer Zeit im Restaurant gegessen habe, nicht gewachsen. Dabei ist das Sangeetha ein gutes Restaurant. Ich hatte noch nie Probleme nach einem Besuch dort. Ob mich die Corona-Monate haben verweichlichen lassen? Es macht fast den Anschein! Geschmeckt hat es trotzdem 😉!

Hier findet ihr das Rezept zum Selberkochen:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/07/20/masala-dosai-ich-liebe-es/

Von Irène in Indien

Seit über 12 Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

7 Kommentare

Schreibe eine Antwort zu Linsenfutter Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s